Bruckschlögl - 30 Jahre Erfahrung und Kompetenz

Interview

SI: "Welche Philosophie steckt hinter einem Unternehmen, das diesen Markt derart lange und konsequent bearbeitet?"

Bruckschlögl: "Ein besonderes Anliegen ist uns das Service und die Sicherheit der über 4.000 bestehenden Anlagen. Das neu errichtete Kundendienstzentrum in Bad Goisern-Steeg mit über 1.000 m2 konnte im September dieses Jahres eröffnet werden. Es stellt nun ein modernes, den gewachsenen Anforderungen entsprechendes Firmengebäude für unsere Bedürfnisse dar. Wir betreuen heute Anlagen die bereits über 40 Jahre zur besten Zufriedenheit der Anwender laufen."

 

SI: "Ihre Produkte standen immer schon im Zeichen innovativer Neuerungen. Wie funktioniert ihre Ideen-Werkstatt?"

Bruckschlögl: "In unserem Haus wird ständig über neue Ideen und Entwicklungen nachgedacht. Das Team in Bad Goisern ist eine schlagkräftige Mannschaft für die Entwicklung innovativer Produkte. BORER in der Schweiz und BRUCKSCHLöGL in österreich sind immer offen für Trends und Ideen. Ganz genau beobachten wir zB derzeit die Entwicklung neuer Sportgeräte. Da wir praktisch weltweit alle Anfänger- und Fun-Wiesen kennen, betreiben wir mit unseren Kunden einen permanenten fruchtbaren Ideenaustausch. Eine wichtige Stelle ist dabei das SUNKID Zentrum in Imst. Es ist ganz nahe am Puls des Geschehens von wichtigen Pionier-Skigebieten wie Serfaus, Arlberg, Pitztal, ötztal und Montafon, wo zusammen über 100 unserer Anlagen im Einsatz sind."

 

SI: "Worauf zielt Ihre Hauptkonzentration in der Unternehmensentwicklung der nächsten Zeit ab?"

Bruckschlögl: "Unser Arbeitsschwerpunkt derzeit ist neben dem Aufbau einer weltweiten Serviceorganisation, die Einführung eines einheitlichen Schaltanlagen und Sicherheitssystems. Unser Ziel ist, alle Anfänger-Anlagen auf höchstes Sicherheitsniveau zu bringen und mit modernen betriebssicheren Schaltanlagen auszurüsten."

 

SI: "Was können Sie aus Ihrer langjährigen Erfahrung heraus über die Entwicklung der Anfänger-Betreuung in Skigebieten sagen? Welchen Anforderungen muss man heute nachkommen?"

Bruckschlögl: "Seit beinahe 30 Jahren ist das Anfänger- und Fun-Gelände unser Arbeitsgebiet. Dazu einige Gedanken: Das Anfängergelände ist die Visitenkarte eines Skigebietes. Abgefetzte Zäune, eingeschneite und umgewehte Figuren können ein mit viel Marketing-Geld aufgebautes Bild erfolgreich zerstören. Die Anfänger- und Fun-Wiese muss die Atmosphäre des Gebietes wiedergeben. Was sind die wichtigsten Anforderungen? Ich sag´s zögernd und mit Bedauern, weil ich das nicht anbieten kann. Es sind Persönlichkeit, menschliche Zuwendung, Ausstrahlung, Haltung und Stil der beschäftigten Menschen. Erst danach kommt unsere 'Hardware'. Wer kennt nicht den weinenden Vierjährigen der eigentlich vom Skilaufen nichts wissen will. Eine Maschine die ihm die Tränen trocknet werden wir nie anbieten können."

 

SI: "Was gilt nun aber bei der 'Hardware' für Gelände und Geräte?"

Bruckschlögl: "Sauberes Design und stilsichere farbliche Gestaltung sind ein wichtiger Bereich. Sicherheit, modernen Anforderungen entsprechende Geräte - für ein Publikum vom Kleinkind bis zur Oma maßgeschneidert - sind weitere Herausforderungen. Ein Denkansatz, der für unsere gesamte Branche gilt, ist: 'Komfortabel und easy ist gut und wichtig, aber wo beginnt die Langeweile? Nicht zuviel Künstliches und Plastik in der Natur plazieren. Ich spreche da zwar ein wenig gegen unser erfolgreiches Sunkid-Programm, aber die erste Priorität heißt: Schnee, Schnee und nochmals Schnee! Dieser wunderbare Stoff von dem wir alle leben muss immer im Mittelpunkt der Aktivitäten stehen. Wir verkaufen das 'Feeling' Winter & Schnee und auch wenn Disney noch so viel Geld investieren würde, er könnte uns dieses Produkt nicht nachbauen.'"

 

SI: "Sie gelten selbst als individualistische Persönlichkeit. Was raten Sie den einzelnen Skigebieten für die Gestaltung ihres Anfänger- und Fun-Geländes?"

Bruckschlögl: "Abwechslungsreiche Gestaltung mit Gemeinschaftszone und Rückzugszonen. Die Anlagen in Serfaus, Scheffau und Schruns sind beispielhaft. Es gibt aber landauf-landab großartige Ideen und das bringt mich zu einem wichtigen Gedanken: Unsere Funktion als Lieferant ist, die Kunden anzuregen. Die endgültigen Ideen müssen aber am Ort entstehen. Nur dann identifizieren sich alle Beteiligten damit. Jeder Ort ist etwas Besonderes. Die Menschen, die Natur, das Klima, der Schnee, das Publikum. Eine Horrorvision wäre, hätten alle Skigebiete die gleiche, womöglich nach ISO standardisierte Anfänger- und Fun-Wiese."

2000-05-01

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